Welch‘ ein Otto…

Anfang Mai gastierte der Rapper Samy Deluxe im Bremer „Schlachthof“ und präsentierte sein neues Album „Männlich“. Vor gut gelaunter weißer Mittelschicht rockte er die ausverkaufte Halle. So weit, so schlecht.

Um die 2000er Jahre noch performte Sammy zusammen mit den „Brothers Keepers“ auf zahlreichen Antifakonzerten und berichtete dabei über das, was People of colour in Deutschland erwartet. Nur ein paar Jahre später, zur Fußball Weltmeisterschaft 2006, tauschte er seine „grüne Brille“ gegen eine Schwarz-Rot-Goldene ein und fand „Deutschland schon ganz in Ordnung“. Er stellte in seinem Song „Dis wo ich herkomm“ fest, „dass die Vergangenheit hier nicht einfach ist“. Kaum war die Weltmeisterschaft wieder vorbei, „mussten wir uns wieder schämen, denn es heißt, wir haben beide Weltkriege gestartet.“ Passend zur „Du bist Deutschland“ Kampagne lieferte er quasi den Soundtrack und warb bei jungen Menschen um mehr Nationalstolz.

Im Bremer Viertel gab er vor dem Auftritt im Schlachthof einen spontanen Street-Gig vor ca. 300 meist jungen Fans. Dabei trug er eine Wollmütze mit einem an den Reichsadler angelehnte Stickerei. Darunter prangte der Name „BOY“, eine mit NS-Symbolik spielende Bekleidungsmarke. Den Sammy fanden die anwesenden Zuhörer_innen trotzdem dufte.

Solch ein Sinneswandel mit dieser Portion Nationalismus…Das tut bekanntlich nicht gut und wir müssen uns einmal kritisch fragen: Vielleicht macht kiffen auf Dauer doch blöde?

Oh BOY…
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Grrrl
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